illustrierte
vierteljahreshefte für angewandte filmkunst

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Foto © Constantin/Rolf Konow

Ganz zauberhaft
Das ist nun wirklich keine Hexerei – aber ganz schön viel schöne Arbeit.
Ein Gespräch mit dem Mann, der Harry Potter das Zaubern beibrachte. >> reinlesen

Die nächste Generation
Alter Stoff, neue Technik: »Die drei Musketiere« noch einmal auf die Leinwand zu bringen, ist schon ein Wagnis. Erst recht in 3D-Stereoskopie. >> reinlesen

Arbeitsszenen
Beethoven komponiert eine Symphonie und führt sie auf. Das klingt nicht wirklich spannend, hat es aber in sich. Und war nur mit akribischer Vorbereitung zu bewerkstelligen. >> reinlesen

Papierfilme!
Aus den meisten Produktionen sind Storyboards gar nicht mehr wegzudenken. Höchste Zeit, die übersehene Filmkunst endlich einmal auszustellen. >> reinlesen

Heller Alptraum
Von einem »Shocking-Shorts«-Preisträger darf man wohl ein besonderes Debüt erwarten. Tim Fehlbaum hat es gedreht. Nur besser. >> reinlesen

 

Die nächste Generation



 

Die Touristen standen vor verschlossenen Toren. Ende August blockierten ungewohnte Fahrzeuge den Bamberger Domplatz: Lastwagen, Krane, Steiger und Windmaschinen. Vor der bischöflichen Alten Hofhaltung paßten Sicherheitsleute mit Funkgeräten auf, auf daß ja kein Unbefugter sich verlaufe, derweil unten, am Fuß des Hügels, auf der Brücke zum historischen Rathaus ein Bauteam Kulissen für den Dreh vor Greenscreen errichtete. Es wird gefilmt! Für eine Woche verwandelte sich im Sommr vorigen Jahres die mittelalterliche Stadt (oder wenigstens Teile davon), wo schon Das Sams sein fröhliches Unwesen trieb, in das Paris des frühen 17. Jahrhunderts. Und die Hafenstadt Calais: Die Constantin verfilmt die Abenteuer der »Drei Musketiere«!

Soweit nichts Neues. Das haben auch schon andere im Laufe der Filmgeschichte getan, mehr als 50, seit Douglas Fairbanks stumm und in Schwarzweiß den Degen schwang. Und selbst der war nicht der erste: Schon einer der frühesten Spielfilme des Mediums hatte die berühmte Abenteuergeschichte adaptiert, in Italien 1909. Damals hatten die Helden freiliche gerade mal 20 Minuten, um Frankreich vor ruchlosen Verschwörern zu retten.

Gene Kelly, Gérard Depardieu und Michael York gaben seither den D'Artagnan, um nur die allerbekanntesten Namen aufzuzählen. Die »Internet Movie Database« kommt sogar auf mehr als 100 Produktionen, die sich irgendwie den Bestseller von Alexandre Dumas und seine beiden Fortsetzungen zu eigen gemacht haben. Es gibt die Musketiere klassisch heldenhaft und als überdrehte Parodie, als Zeichentrickfilm mit Tom und Jerry und modernisiert im Rockerambiente mit David Hasselhoff und Thomas Gottschalk, und natürlich auch in einer nicht jugendfreien Fassung zücken die Recken ihre Degen. Ein zeitloser Stoff für jegliche Zielgruppe.

Und doch soll hier wieder mal alles ganz anders werden: D'Artagnan und seine Freunde retten Frankreich erstmals in Stereo-3D!

[…]

Es ist unbeständig an diesem Tag. Immer wieder unterbrechen Regenschauer die Dreharbeiten, dann wieder muß zwischen den Takes mit dem Schlauch das Kopfsteinpflaster doch wieder nachgenäßt werden, damit man keinen Unterschied sieht. »Sehr kompliziert« sei das Wetter, erklärt Kulzer. Wegen der 3D-Technik sei man nicht so flexibel, um mal eben an ein anderes Motiv auszuweichen. Sondern müsse warten, bis der Regen vorbei ist.

Die Stimmung ist trotzdem ruhig und konzentriert. »Wir fangen morgens um sieben an und sind abends um sieben fertig«, antwortet einer aus der Produktionsabteilung auf die Frage nach der Drehzeit. Aber es ist ja auch noch die erste Drehwoche. Sieben Mal soll das Team, zu dem bis zu 350 Personen gehören, bis Mitte November umziehen. Und tatsächlich sind später ganz andere Geschichten zu hören, da ist die Produktion schon nach Würzburg weitegezogen, wo bischöfliche Residenz und Marienburg als echt französische Kulissen herhalten.

[…]

 


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