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Foto © Constantin/Rolf Konow

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Papierfilme!
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Portfolio

Papierfilme!

Text Jan Fedesz | Foto  Kunsthalle Emden/Deutsche Kinemathek

 



»Den Drang, solche Bilderstreifen zu produzieren, hatte ich lange, bevor ich darauf kam, daß man selber eine Filmkamera besitzen könnte«, verrät Martin Scorsese im Interview. Seine ersten Storyboards hatte der Regisseur »vermutlich zwischen 1950 und 1953« gezeichnet – nach Live-Serien im Fernsehen, die er damals sah, gerade mal acht oder elf Jahre alt. So entstanden eigene Versionen von B-Western, in Schwarzweiß und bald auch in Farbe. Über die Experimente, welches Zeichenmaterial sich besser eignete, kann Scorsese sich immer noch begeistern.

Wie er seinen »Taxi Driver« auf Papier vorbereitete, kann man sich nur selbst ansehen: Die Kunsthalle Emden stellt noch bis 17. Juli die Werke berühmter, »stilbildender« Regisseure wie Fritz Lang, Alfred Hitchcock, Steven Spielberg oder Stanley Kubrick vor. Oder besser gesagt das, was die oft weniger bekannten Künstler des Storyboards in ihnen sahen, ehe überhaupt eine Szene gedreht war.
»Zwischen Film und Kunst – Storyboards von Hitchcock bis Spielberg« wurde mit der Deutschen Kinemathek in Berlin konzipiert und realisiert, wo die Ausstellung auch ab August bis Ende November zu sehen ist. Dort hat man schon länger mit dem Thema zu tun. In der Deutschen Kinemathek befindet sich das vermutlich erste deutsche Storyboard, damals noch »Papierfilm« genannt: Der Szenenbildner Fritz Maurischat hatte es 1932 für »Im Bann des Eulenspiegels« angelegt. Nicht der Kunst wegen, sondern aus ganz pragmatischen Gründen: Der Regisseur Frank Wysbar war zwar ein erfahrener Dramaturg, am Set aber Debütant. Und irgendwie erhoffte sich Maurischat wohl auch, so mehr Einfluß auf den »Look« des Films zu bekommen.

Zwar hatten schon andere Regisseure sich knifflige Sequenzen vorskizziert – Fritz Lang hatte Malerei studiert, Alfred Hitchcock als Grafiker begonnen und Sergej Eisenstein arbeitete mit seinen »visuellen Stenogrammen«. Aber einen ganzen Film vorab auf Papier zu bringen, das war neu.

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